Am Aschermittwoch ist alles vorbei, so auch bei der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiss „Die Stecher" Rülzheim, die nach einjähriger Abstinenz wieder ausgiebig Fasching feiern konnte. Eingeläutet wurde die Kampagne 1991/92 mit einer Neuigkeit. Am 11.11. wurde auch auf Anregung von Rülzheims neuem Bürgermeister Karl Schwindhammer nach einem Zug durch Rülzheims Straßen das „neue" und zugleich „alte" Prinzenpaar abgeholt, und das Rülzheimer Rathaus gestürmt. In dieser Kampagne regierte erneut, bedingt durch den letztjährigen Ausfall wegen des Golfkriegs, Prinz Henric I. und Prinzessin Beate I.

Am ersten Februar zog die K.G.R. ins Freizeithaus „Dampfnudel", und eröffnete mit der Premierensitzung die vier Prunksitzungen. Hier ereilte die K.G.R. ein schwerer Schock, denn Sitzungspräsident Kurt Kupper entpuppte sich als Unglückskind der Kampagne 1991/92, denn er musste drei Tage vor Beginn ins Krankenhaus und fiel für die laufende Saison aus. Kurzerhand sprang der erste Vorsitzende Edi Harder ein, und erledigte seine Aufgabe als Sitzungspräsident mit Bravour. Die Prunksitzungen bildeten das Prunkstück der Rülzheimer Fasenacht, denn sämtliche Sitzungen waren ausverkauft, und die Resonanz des Publikums gibt den Aktiven Ansporn für weiteres.

Stolz können die Verantwortlichen allemal sein, denn alle Aktiven sind Mitglieder der K.G.R. und selbst das „Drumherum", wie Technik, Ton und Bühnenbild stammt von der K.G.R. Fester Bestandteil bildet seit Jahren der Altennachmittag, von der Gemeinde Rülzheim organisiert und von der K.G.R. veranstaltet, zudem wieder zahlreiche ältere Mitbürger der Verbandsgemeinde Rülzheim den Weg in die „Dampfnudel" fanden.

Mit dem Lumpenball sollte die „heiße" Phase eingeläutet werden. Doch dieser entpuppte sich als Flop, denn die Resonanz ließ mehr als zu wünschen übrig. Dies änderte sich aber schlagartig am Schmutzigen Donnerstag, als der berstend gefüllte Narrentempel „Dampfnudel" frühzeitig dicht gemacht wurde. Bis in die frühen Morgenstunden „ging die Post ab".

Auch der Große Kostümball am folgenden Samstag war gut besucht, und zahlreiche Einzelpersonen und Paare wurden mit wertvollen Preisen für ihre ideenvolle Kostümierung belohnt. Tags darauf verwandelten die kleinen Narren beim Kindermaskentreiben das Freizeithaus in ein Tollhaus. Thomas Greiner führte gekonnt durchs Programm, und Auftritte der Kindergarde, der Tanzmariechen Sandra Gundal und Simone Ortega, den Rock´n Roll Wirbelwinden Ina und Nina, sowie Mohrenkopfessen und Gesangswettbewerb, ließen die Kleinen einen kurzweiligen Nachmittag erleben.

Zum Rosenmontagsball strömten wieder zahlreiche Besucher in die Freizeitstätte, und am Faschingsdienstag wurde traditionell vor der Gaststätte „Zum Bayrischen Hof" die Fasenacht verbrannt. Unter den Trommelwirbeln von „Multitalent" Prinz Henric I. verkündete Fasenachtspfarrer Hans (Hans Gundal) und sein Diener Lui (Ludwig Ziehl) die Faschings-Fürbitten, indem er die Faschingsgötter u.a. anflehte, dass „unserem Sitzungspräsident Kurt Kupper die Wahnsinnsgedanken, drei Tage vor Fasenacht ungeübt diverse Möbeltransporte durchführen zu wollen, genommen werden.

Am Aschermittwoch folgte das Heringsessen Im Schützenhaus. Diverse Heringsspezialitäten angerichtet von der Familie Willi Kupper und den Quellmännern von Norbert Jochim ließ sich die große K.G.R.-Familie munden. Der erste Vorsitzende Edi Harder ließ die vergangene Kampagne Revue passieren, verwies darauf, „das der Besuch am Kostümball und am Rosenmontag rückläufig war, die K.G.R. die Probleme erkannt hat, und dementsprechend in der nächsten Saison reagiert. Er dankte vor allem den zahlreichen Helfern die nicht im Rampenlicht stehen, sondern im „Hintergrund" ihren Mann oder ihre Frau stehen. Ohne dies wäre der Rülzheimer Fasching erst gar nicht möglich.

Er verwies auch zugleich auf nächste Ereignisse, so z.B. auf die Deutsche Meisterschaften in Essen Ende März, wo die K.G.R. mit Garde und Tanzmariechen vertreten ist, und auf Initiative der Seniorengarde extra ein Fan-Bus einsetzt. Aber auch der Vereinsausflug über Pfingsten und weitere Veranstaltungen zeigen auf, dass die K.G.R. auch nach den närrischen Tagen aktiv ist". Mit einem letzten kräftigen „Helau" und einem Dank an die Schützengesellschaft für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten beschoss er seine Rede. Die K.G.R. bedankt sich bei allen Aktiven, den zahlreichen Helfern, und den Besuchern in der Dampfnudel, und hofft auf ein Wiedersehen In der neuen Kampagne. Übrigens: Wer Interesse hat zu den Deutschen Meisterschaften in Essen am 29. März 1992 die Rülzheimer Aktiven zu begleiten, sollte sich bitte mit Manfred Wolff, Tel.: 07272/1393 in Verbindung setzen.