Nach nur vierzig Tagen musste Rülzheims Bürgermeister Karl Schwindhammer sein Amt in einem unblutigen Machwechsel an das Rülzheimer Prinzenpaar Prinz Henrik I. und Prinzessin Beate I. bis Aschermittwoch vorübergehend abtreten.

Die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß „Die Stecher" Rülzheim wartete zu Beginn der Faschingskampagne 1991 mit einer Neuerung auf. Pünktlich um 17.30 Uhr wurde am Vereinsheim Narrenburg unter Trommelwirbel die KGR-Fahne gehisst, und KGR-Sitzungspräsident Kurt Kupper eröffnete die Kampagne. Angeführt vom Musikzug „Rote Husaren" der Freiwilligen Feuerwehr, gefolgt von der Vorstandschaft, Elferrat, Junioren-und Stechergarde der KGR zog dieser kleine Lindwurm zum Haus des neuen Prinzenpaares, wo diese ihre Untertanen begrüßten.

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Dieses Jahr war es kein Geheimnis, denn aufgrund der im vergangenen Jahr ausgefallenen Kampagne ist das alte Prinzenpaar zugleich auch das neue. Nach einer Stärkung setzte sich der Tross zum Rülzheimer Rathaus in Marsch. Am Rathausplatz angelangt, übernahm sofort Sitzungspräsident Kurt Kupper das Wort und heizte dem zahlreich versammelten närrischen Publikum mächtig ein. In gekonnter Weise ließ er das vergangene politisch so ereignisreiche Jahr in Rülzheim Revue passieren und forderte mehrmals den Rathausschlüssel von Bürgermeister Karl Schwindhammer. Nach einiger Zeit schwand der Widerstand von Rülzheims Bürgermeister. Er überreichte dem Kapitän zur See des Traumschiffes „Klingbach" Prinz Henrik I. den so heiß begehrten Rathausschlüssel mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit einem lachenden, weil er das in seiner kurzen Amtszeit das ihm liebgewonnene Bürgermeisteramt nun abgeben musste. Mit einem lachenden, stehen doch in Rülzheim in nächster Zeit einige finanzielle Großaktionen wie Ausbau der Mittleren Ortsstraße und der Kindergartenneubau an, und für diese dürfen nun Rülzheims neue Regenten verantwortlich zeichnen.

Er wünschte diesen eine friedlich Kampagne 1991. In seiner Antrittsrede begrüßte Prinz Henric I., von Frankonesien aus dem Geschlecht der Musikfranken und Hintere Grabengässler, Graf zu Choralien, Chef Südpfälzer Staatopernchöre, Träger des goldenen Teleskopdirigentenstabes mit Noten und Girlanden, Ehrenkapitän des KGR-Traumschiffes „Klingbach", und Sproß vom weltberühmten Rülzheimer Tanz-College „Fränkdäncers", sowie seine Lieblichkeit Beate I., von Frankonesien Freifrau zu Jantzerburg, aus dem Geschlecht der Hinteren Grabengässler und Lämerscher Wasserhinkle, Tabaksprinzessin des Baumfällerkönigs Eugen dem Starken von der Axt und zu Kettensäge, sein Volk mit einem kräftigen Helau, versicherte eine doppelt närrische Zeit und dankte Bürgermeister Karl Schwindhammer für diese kampflose Amtsübergabe.

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 Dieser wurde mit elf Küssen Deutscher Meister, von der Rülzheimer Stechergarde, sowie von der Prinzessin Beate I. und mit der Rülzheimer Ortsfahne, die eingeholt wurde, bis Aschermittwoch verabschiedet. Von den Küssen schwer gezeichnet verdeutlichte Kurt Kupper wie in Rülzheim aus einem „Schwarzen" ein „Roter" wird. Zum Zeichen der neuen Macht am Klingbach hissten die Rülzheimer Narren die KGR-Fahne, wobei die „Roten Husaren" bei frostigen Temperaturen den Zuschauern mit schmissigen Rhythmen mehrmals einheizten.

Kurt Kupper bedankte sich beim Publikum und freut sich auf ein Wiedersehen bei den Karnevalsveranstaltungen. Die Mitwirkenden wurden von Karl Schwindhammer zu einem Umtrunk in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen und anschließend feierten die Rülzheimer Narren den Beginn der närrischen Zeit in der Narrenburg, wo wieder Kurt Kupper den Stimmungspegel kräftig anschwellen ließ. Dank sagte er der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim, die für den verkehrstechnisch reibungslosen Ablauf sorgte, an den Musikzug „Rote Husaren" sowie an Jürgen und Herbert. Rund, die für die einwandfreie Beschallung sorgten.

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