Für die Karnevalisten begann das Jahr 89 schon am 11.11.88. Traditionsgemäß wurde die Kampagne mit einem närrischen Treiben zu diesem Termin eröffnet. Nach dem überaus erfolgreichen Jubiläumsjahr taten sich Verantwortlichen schwer "noch einen drauf zu setzen". Aber wer den Einfallsreichtum der Fasenachtzunft weiß, dass sie für jede Situation die richtigen Inspirationen haben. Man erinnerte sich eines genialen Einfalls, der schon 30 Jahre zurück lag und gab sich selbst ein Motto für die Session vor. Hatte man damals um den Prinzen, Scheich Abu Ben Salah, ein orientalisches Thema, so war diesmal der Gedankensprung nicht so weit.

Just in diesem Jahr war das neue Vereinsheim eingeweiht worden, das ganz früher als Zigarrenfabrik, in den letzten Jahren jedoch als Tanzlokal diente. Diese Zeit prägte dem Gebäude den Namen "Ranch" auf. So war es nur allzu natürlich, wenn sich die neuen Hausherren als Rancher sahen. Dieses Motto zog sich als roten Faden durch alle Veranstaltungen. Rancher oder allgemein Cowboys waren jetzt in Rülzheim "in" schon beim Neujahrsempfang konnten die aktiven Karnevalisten, auf dem Hausorden die neue Richtung erkennen. Beim Empfang in der "Ranch" kam ein verdienter Karnevalist besonders gut weg: Willi Kupper II wurde kurz nach seinem 50. Geburtstag zum Ehrenmitglied ernannt.

Nachdem, den Prognosen nachdem ein Rancherpaar in Rülzheim herrschen sollte, war trotzdem ein jeder gespannt, wer denn die Auserwählten waren, die für die 5. Jahreszeit in Rülzheim regieren sollten. Das best gehütete Geheimnis wurde erst beim Krönungsball gelüftet: Aus Dallas, Texas kamen zu uns Prinzessin Yvonne I. Gräfin von Tüllmannsburg und Prinz Klaus I. Graf von Tüllmansburg. Und oh Wunder: zum ersten Male in der 34 jährigen Geschichte der KGR wurde ein Prinzenpaar präsentiert, das den Mut hatte, in einem Kostüm aufzutreten, das dem Motto der Kampagne angepasst ist. Bei soviel Narretei konnte nur Erfolg durch Mut der Slogan des sympathischen Paares sein. Und tatsächlich die Freifrau von Mineralien und Soda, Edelwasser, Jungfrau aus dem Geschlecht der Aisenpreis und ihr Sandhas aus Germersbach strahlten Sympathie aus und wurden von ihren Untertanen bis zum heutigen Tag verherrlicht und gepriesen.

Parallel zu den Veranstaltungen der KGR fanden die Tanzturniere statt, wo es den Tänzern der Gesellschaft an Erfolgen nicht mangelte. Schon im Januar ertanzten sich die Stechergarde wieder die Qualifikation zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Egal auf welchen Turnieren die Mädchen aus Rülzheim auftraten, ob in Reilingen, Düren, Ludwigshafen, Karlsruhe oder Bellheim immer waren die aller vordersten Plätze ihr Eigen. Vom Aufmarsch über die Uniform, bei der Grundstellung dem Temperament und dem Gesichtsausdruck die Mädchen um Karin Franck-Löhle waren einfach spitze. Gerade diese Trainerin hat die Exaktheit der Bewegungen, sowie die Ausführung des Tanzes koordiniert. Gepfeffert von höchsten Schwierigkeitsgraden und einer wunderschönen Choreographie war der Tanz der Garde für alle Betrachter eine Augenweide. Die logische Konsequenz war ein sehr gutes Abschneiden bei der DM und der erstmals ausgetragenen Europameisterschaft, mit dem jeweils 5. Platz. Gratulation an dieses Erfolgstruppe, die ihre Erfolge auch dem Cotrainer Rudi Löhle und der aufopfernden Betreuerin Ursula Wolff verdanken. Noch weiter vorn auf dem Siegertreppchen schafften es die Jugendlichen Tänzer und Tänzerinnen des Vereins. Nachdem der Pfalzmeistertitel an das Jugendtanzpaar Tino und Simone Ortega gefallen waren, ertanzte sich auch das KGR Tanzmariechen Sandra Gundal, ihren Titel in Bellheim. Damit war die KGR die erfolgreichste Gesellschaft bei den Pfalzmeisterschaften. Bei den Deutschen Meisterschaften konnte sich die jugendlichen Vertreter hervorragend platzieren, und das Tanzpaar sogar für die EM qualifizieren. Dort gelang mit der neuen Trainerin Nicole Wolff, sogar ein 3. Platz, was als Supererfolg gesehen werden darf.

Dass die Fasenacht aus Tanz allein nicht besteht, zeigten die proppenvollen Punksitzungen der KGR. Wie jedes Jahr das Herzstück der Kampagne, war auch dieses Mal das fünfstündige Feuerwerk der Karnevalisten der absolute Höhepunkt. Die Elferräte und viele Besucher verbrachten im origineller Westernkleidung ein kurzweiliges Programm. Tänzer, Sänger und Büttenredner gaben ihr Bestes und Rülzheimer Fasenacht zu vermitteln. Als Büttenredner fungierten Edi Harder, Silke Mendel, Otto Mayer, Götz König, Günter Dudenhöfer, Ursula Wolff und Karlheinz Pfeifer. Die vorher genannten Tänzer waren natürlich mit von der Partie, ergänzt von dem Frauen-, u. Männerballett, der Junioren Garde und den ganz kleinen "Pizzabäckern". Gesanglich stürmten erst Henrik Franck und Michael Johann ein, bevor ein wahres Feuerwerk von der Gesangsgruppe entzündet wurde. Die musikalische Reise durch die Weltgeschichte wurde ebenso gekonnt wie Stimmungsvoll vorgetragen. Dem Leitertriumphierrat Michael Weigel, Rolf Kern, Karlheinz Pfeifer darf man noch langes schöpferisches Wirken wünschen. Souverän leitete Kurt Kupper alle Sitzungen, wer diesen Akteur aufmerksam zuhört, kann schon bald erkennen, daß er nicht nur ein Schnoddermaul hat, sondern sich auch sehr ernsthaft vorbereitet um guten Humor an den Mann zu bringen. "Gute Sitzungspräsidenten sind die halbe Miete für gute Sitzungen", sagt man. Wir schätzen uns glücklich einen  sehr guten zu haben. Mit den Roten Husaren unter Michael Döll ist auch die musikalische Umrahmung einfach grandios.

Das totale närrische Treiben war wieder einmal in der so genannten Endrunde in Rülzheim. Vom schmutzigen Donnerstag bis Rosenmontag hieß es für die Narren den übergroßen Andrang an Besuchern sogar vom Besuch der Dampfnudel abzuhalten. Diese zu einer Hochburg der Fasenacht gewachsen Dampfnudel verdanken die Rülzheimer die tolle Stimmung wie sie nur in diesem Haus aufkommen kann. Fast jede Kapelle tut sich leicht beim direkten Kontakt zum Publikum, wir freuen uns deshalb immer wieder so begeistertes Publikum zu empfangen und danken deshalb den politischen verantwortlichen, die uns immer wieder unterstützen, bei der Planung und der Durchführung unserer närrischen Kampagne. Ein besonderer Dank ergeht noch an die vielen fleißigen Hände hinter der Bühne, hinter dem Tresen , hinter den Kulissen ohne ihr Mitwirken wäre Rülzheimer Fasenacht nicht möglich.