Die 5. Jahreszeit hat nun auch von Rülzheims Bürgermeister Helmut Braun ihren Tribut gefordert; er musste seine Regierungsgeschäfte an die Rülzheimer Narren abgeben.
Seine Königliche Hoheit und Jubiläums-Tollität, Prinz Burkhardt I. - Max - Fürst zu Mauritiusburg, jetzt auch Maxburg genannt, Herzog aus dem uralten Adelsgeschlecht derer von Müller-Fischer, Tennisbaron und Botschafter der Lederhosen-Fürsten des Bayrischen Polter-Königs Franz-Josef dem Starken, dessen Groß-Konsul in der Pfälzischen Kolonie zwecks Einführung bajuwarischer Sprache und Gebräuche und Chef des weltweiten Imperiums Inter-Max-Schmuck und Ihre Königliche Lieblichkeit Prinzessin Hiltrud I, Fürstin zu Maxburg, Freifrau derer von Müller-Fischer zu Schuhladen, Ex-Botschafterin der Mode-Hochburg Kö 42 zu Landavia, südländische Schönheitaus dem exotischen Rathleichesheirn am Moby Dick See, Geliebte des bayrischen Großkonsuls und Chefs des Schmuckimperiums Inter-Max heißen die neuen Regenten, die im Rahmen des Krönungsball der Karnevalgesellschaft Rot-Weiß Rülzheim "Die Stecher" im Freizeithaus die Macht in der Sozialgemeinde übernahmen

Unter den Klängen vom "Pomp and Circumsdance", einer Melodie, die in England beim Einzug des Prinzenpaares erklingt, erfolgte der feierliche Einmarsch des neuen Rülzheimer Prinzenpaares, flankiert von der Stechergarde. Zuvor bereits hatte der Sitzungspräsident der KGR, Kurt Kupper, das närrische Publikum in Versform langsam auf das mit so großer Spannung erwartete Prinzenpaar hingewiesen.
Überrascht war man von der Ausstrahlung des neuen Prinzenpaares und dessen prunkvolle Kostüme, die nach Originalvorlagen der Kleidung der früheren österreichischen Kaiserin Sissi und dem bayrischen Märchenkönig Ludwig II geschneidert worden waren. Einhelliges Lob gab es seitens der Ballbesucher für die Wahl des Jubiläums-Prinzenpaares. Kupper holte das Publikum aber sofort wieder in die Realität zurück und machte deutlich, dies sei das Rülzheimer Jubiläums-Prinzenpaar und nicht Sissi und Ludwig.
Nachdem KGR-Präsident Edi Harder den neuen Regenten die Insignien ihrer Macht überreicht hatte, wurde Bürgermeister Braun aufgefordert, den Rathausschlüssel herauszurücken. Ohne große Gegenwehr kam Braun der Forderung nach und betonte dabei, er wolle keine Gewaltaktion zulassen. Die Macht sei in den Händen der Narren besser aufgehoben als in denen der Politiker. Er sei sicher, das neue Prinzenpaar werde durch seine Persönlichkeit und seine Ausstrahlung die Regierungsgeschäfte gut abwickeln. Möge das Prinzenpaar echte Menschlichkeit bescheren und Hass und Sorgen vergessen lassen.

Prinz Burkhardt I. überreichte Braun einen echten bayrischen Schmalzler, damit er sich nach jedem Kuß eine Brise in die Nase ziehen könne, um gesund zu bleiben. In Versform versprach er seinen närrischen Untertanen, nicht mit Gesetz zu regieren, sondern nur Fasching zu feiern, denn "Leben tut man nur einmal". Man brauche sich keine Sorgen um seine bayrische Regierung zu machen, außerdem hätten sich Bayern und die Pfalz stets gut verstanden. Künftig werde er aber jetzt der Pfalz die Treue halten. Auch Prinzessin, Hiltrud I begrüßte ihre Untertanen, bevor der Ehrentanz des neuen Prinzenpaares den offiziellen Teil abschloss.