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Ein Füllhorn der Narretei schüttete die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Rülzheim „Die Stecher" bei ihrer 1. Prunksitzung im bis auf den letzten Platz gefüllten Rülzheimer Freizeithaus über ihre Besucher aus. Ein mehr als fünfstündiges Non-Stop-Programm ließ die Besucher für einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen. Für den langjährigen Sitzungspräsidenten Willi Kupper, der ausgerechnet in der Kampagne, in der seine Tochter als Prinzessin Hildegard I zusammen mit ihrem Mann Prinz Dieter I die Rülzheimer Narren regiert, durch einen Unfall am närrischen Einsatz verhindert ist, war der Geschäftsführer der Kulturgemeinde Rülzheim, Kurt Kupper, eingesprungen, der mit Witz und Geschick das Narrenschiff der KGR sicher durch die Wogen der Prunksitzung steuerte.

Nicht wegzudenken von den Prunksitzungen ist der Musikzug „Rote Husaren" unter der Stabführung von Norbert Leingang. Der Begrüßung durch den Präsidenten der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß, Karlheinz Pfeifer, folgte das Prinzenpaar mit seinem Gefolge und ein Gardetanz der kleinen Prinzengarde, der mit viel Applaus honoriert wurde. Wie schon seit Jahren werden die Tänze der kleinen und der großen Garde von Karin Frank von der Tanzschule Frank einstudiert.

Als Erste in der Bütt war Maria Seelinger bemüht, den Werdegang und das Berufsleben einer Friseuse zu schildern, wobei besonders die Diskretion in den Frisiersalons betont wurde. Die kleine Simone Laas, die schon aufgrund ihres großartigen Erfolges in der vergangenen Kampagne stürmisch begrüßt wurde, hatte einiges über ihren Papa, einen „Herrn Schlapp", zu berichten. Mit Petra Kerner und Werner Nuber stieg das erste Duo in die Bütt. Zwei Routiniers, die bereits in den vergangenen Jahren bewiesen haben, dass sie die Lachmuskeln ihrer närrischen Zuhörer gehörig strapazieren können.

Mit einer „Disco-Party" präsentierten sich die Offenbacher „Froschköpp", die berühmte Stars parodierten. Den Höhepunkt des ersten Teils bildete wie immer der Auftritt der Gesangsgruppe, für die deren Texter Karlheinz Pfeifer eine Parodie auf Hochzeitsmelodien ausgesucht hatte. Von „Problemen" mannigfacher Art sprach der älteste Büttenredner, Alois Johann, der seine Büttenreden nicht nur zum Vortrag bringt, sonder auch selbst schreibt. Nächster Auftritt: Didi und Lui (Dietmar Steiner und Ludwig Greiner). Dieses Duo sorgte für Lachsalven, selbst dann, wenn manche Witze schon als schwarzer Humor zu bezeichnen waren.

Karlheinz Pfeifer und Norbert Kerner servierten mit humorvollem Gesang Ereignisse und sonstige sonderbare Begebenheiten aus dem Geschehen der Gemeinde. Frau Datterich und Frau Knatschich (Ursula Miesl und Hildegard Kupper) standen zum ersten Mal in der Rülzheimer Bütt. Ihr Auftritt war die wohl größte Überraschung im Programm. Gottfried Doll verstand es wiederum, ein Glanzlicht zu setzen. Sein Markenzeichen, der „Blödel", seine umwerfende Komik und sein urwüchsiger Humor sind ein sicherer Garant für Beifallsstürme und Lachsalven.

Das „Männerballett" der KGR, durchweg Vertreter der gehobenen Gewichtsklasse, das sich vor der Kulisse eines Badestrandes, gemalt vom Rülzheimer Maler Werner Brand, zuerst im Badeanzug von Annodazumal und dann als Bikini-Nixen aus Hawaii im Scheinwerferlicht sonnte, bildete den Abschluss eines närrischen Fünf-Stunden-Programms, das durchweg als gelungen und gut bezeichnet werden kann. Das Programm der KGR wird am Samstag, 7. Februar, mit der zweiten Prunksitzung fortgesetzt.