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Noch nie war eine so große Zahl gekrönter Häupter in Rülzheim versammelt wie beim Empfang, den Bürgermeister Braun für die Abgesandten der Vereinigung badisch-vorderpfälzer Karnevalsvereine im Rathaus gab.

Es waren dies die Prinzessinnen und Prinzen aus 20 karnevalistischen Hochburgen in Nordbaden und der Pfalz. Sie waren mit ihrem Gefolge erschienen, zu dem auch viele Präsidenten von Kooperationen mit klangvollem Namen zählten. Der Landessouverän war vertreten durch die Landtagsabgeordneten Heid und Nagel. Auch Landrat Stöckle fehlte nicht. Doch das Bild wurde vor allem bestimmt von der glitzernden Pracht der holden Lieblichkeiten mit ihren Diademen und den prächtigen Roben.

Bürgermeister Braun als Gastgeber gab seiner Freude Ausdruck, dass in diesem Jahr sich diese erlauchte Gesellschaft in die „Provinz" begeben habe. Um auch hier den richtigen Eindruck zu vermitteln, stellte er die Verbandsgemeinde und ihre Ortsgemeinden in das richtige Licht, das diese nicht unter den Scheffel stellen müssten. Dabei betonte er, dass Baden und Pfalz, durch den Rhein getrennt, aber, durch die umweltfreundliche Grundseilfähre in Leimersheim wieder verbunden seien. Er wies auch darauf hin, dass ein großes Vorhaben in unmittelbarer Nachbarschaft ein Licht- oder Schattenspender werden könnte. Der Rhein bedrohe die Städte Mannheim und Ludwigshafen wegen der vielen künstlichen Eingriffe immer mehr und deshalb wolle man das Rheinwasser durch die neuzeitliche „Hördter Taschenpoldernarkose" in unserem Raum beruhigen. Dabei gehe man einseitig links vor, obgleich man wisse, dass man in diesem Falle rechts und links vereinigen müsste. Wenn auch durch die ankommenden Wassermassen und die Schmutzfracht eine natürliche Schenkung zwischen Stadt und Land erreicht werde, sollte dadurch doch ein moderner Finanzausgleich eingeleitet werden.

Die Verbandsgemeinde Rülzheim gehöre nicht zu den „Schnellreichen". Zur Zeit würden wie weit aktuell, die „Unterentwickelten" wegen ihrer natürlichen Werte wieder geschätzt, wenn nicht sogar gebraucht. Nicht unerwähnt ließ Bürgermeister Braun, dass die Ortsgemeinden schon älter als viele umliegende Städte seien. Hier bestehe noch eine echte Nachbarschaftshilfe und es werde etwas getan gegen die Einsamkeit, weil diese große Zivilisationskrankheit erkannt worden sei und man dadurch die Provinz wieder schätzen lerne. Das Kämpfen gegen Einsamkeit, Neid, Hass und sonstigen Schmutz, das nenne er „Rülzheimer Umweltschutz".

Zum Schluss bezeichnete der Bürgermeister die vorderpfälzer Fasenachter als moderne Fortschrittmacher. Die Karnevalisten seien dazu bereit und hätten daher Stadt und Provinz vereint. Der Präsident der badisch-pfälzischen Karnevalisten Dr. Pfützer aus Mannheim bezeichnete den Tag in Rülzheim als einen Meilenstein. Er überreichte Bürgermeister Braun und Landrat Stöckle die von den Karnevalisten hockgeschätzte Fleischmann-Medaille, die nur aus besonderem Anlass vergeben wird. Dem Empfang schloss sich eine Gemeinschaftsprunksitzung in der „Dampfnudel" an.