Mit einer der besten Prunksitzungen seit Jahren erreichte die närrische Zeit in der Sozialgemeinde Rülzheim einen ersten Höhepunkt. Im Rülzheimer Freizeithaus, das bis auf den letzten Platz besetzt war, erlebten die Gäste fast fünf Stunden lang ausgelassenen Humor und Frohsinn. Das Stimmungsbarometer, das anfangs langsam gestiegen war, erreichte im Verlauf der Sitzung höchste Skalenwerte. Ein närrisches Non-Stop-Programm der guten Laune ließ diese 1. Prunksitzung zu einem echten Erlebnis werden.

Nach dem Einmarsch des amtierenden Prinzenpaares, Erhard I und Ursula III. mit ihrem gesamten Hofstaat zeichnete der Vorsitzende der KGR, Karlheinz Pfeiffer, die KGR-Mitglieder Berni Johann und Willi Wagner für ihre langjährigen Verdienste um die KGR aus. Als Geburtstagskind des Abends erhielt Bürgermeister Helmut Braun einen Rülzheimer Stecher aus Teig.

Den Anfang der langen Narrenreise machte der älteste Büttenredner der KGR, Alois Johann (73), der die Ereignisse und Entwicklungen innerhalb der Gemeinde Rülzheim beschrieb. Dem ältesten folgte die jüngste Büttenrednerin, Simone Laas. Sie nahm das Jahr des Kindes aus der Sicht der Kleinen genauestens unter die Lupe und hatte herausgefunden, dass die Großen außer viel „blabla" nichts an den bestehenden Zuständen geändert hätten, Mit der kleinen Simone ist wahrhaft ein neuer Stern am Rülzheimer Narrenhimmel aufgegangen. Sitzungspräsident Willi Kupper, der wieder gekonnt durch die Sitzung führte, bezeichnete sie als großes Glück für die Rülzheimer Narren.

Die Wogen der Begeisterung schwappten beim Auftritt der „Dandys" aus Singen bei Pforzheim zum ersten mal so richtig über die Reling des Rülzheimer Narrenschiffes. Mit ihrem Striptease sorgten die strammen Männer aus dem Badischen für wahre Lachstürme. Etwas abrupt gebremst wurde die gute Laune durch den Auftritt von Maria Seelinger, die die Sorgen und Nöte einer Hausfrau in einem vollmechanisierten Haushalt schilderte.

Mit einem glanzvollen Höhepunkt endete die erste Halbzeit der Prunksitzung. Die Gesangsgruppe, die im vergangenen Jahr pausiert hatte, bewies, dass sie in der Rülzheimer Fasenacht nicht fehlen darf. In diesem Jahr hatte der Texter der Gruppe, KGR-Präsident Karlheinz Pfeiffer, sich die Freizeit als Motto ausgesucht. Mit hervorragender musikalischer Zusammenstellung präsentierte sie die verschiedensten Möglichkeiten der Freizeitbetätigung, die in der Gemeinde Rülzheim angeboten werden.

Nicht vergessen werden dürfen die beiden Garden der KGR, die mit Schautänzen eine Augenweide für das Publikum waren und durch die Choreographie von Karin Frank zu gefallen wussten. Ebenso wichtig für die gute Laune bei den Rülzheimer Prunksitzungen ist die Musik der „Roten Husaren" der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim unter der Stabführung von Norbert Leingang.

Die Erlebnisse eines Schrebergärtners (Werner Nuber), der hinter der Hecke seines kleinen Gärtchens so manches beobachtete, sorgten gleich nach der Pause dafür, dass das Publikum seine gute Laune nicht vergaß. Gottfried Doll (Hördt) ließ als Blödel eine Sammlung „dummer Sprüche" vom Stapel. Zuvor hatten die Bänkelsänger (Norbert Kerner/Karlheinz Pfeiffer) pointiert und geschliffen Ereignisse aus der Bundes- und Ortspolitik gestreift und dabei auch Unpolitisches aus dem Dorfgeschehen nicht vergessen. Didi und Lui (Dietmar Steiner/Ludwig Greinet) führten ein deftiges und witziges Zwiegespräch über allerlei „Blödsinn" und sorgten dafür, dass das Narrenschiff seinen richtigen Kurs der guten Laune beibehielt, bevor es durch die „Nervenärztin" Inge Gutzler wieder etwas ins Schlingern geriet.