Schneetreiben und Narrentreiben eine tolle Mixtur außerhalb und innerhalb der Rülzheimer "Dampfnudel." Das hartnäckische Winterwetter konnte die Besucher der ersten Prunksitzung nicht abhalten, denn schon im Vorverkauf waren alle verfügbaren Plätze vergeben, so dass mit dem Beginn der Veranstaltung ein volles Haus zu vermelden war.

Vorstand Karlheinz Pfeifer konnte außer den Rülzheimer Honoratioren sehr viele auswärtige Besucher begrüßen ,ein klarer Beweis dafür dass die Rülzheimer "Stecher " außerhalb unserer Gemeinde, in der Beliebtheitsskala schon sehr hoch geklettert sind. Die Programmgestalter haben es nicht leicht, das verwöhnte Publikum zufrieden zu stellen, denn immer, wenn ein Programmpunkt ersetzt werden muss, werden die Akteure an der Qualität ihrer Vorgänger gemessen. Die Rülzheimer Karnevalisten haben jedoch bewiesen, dass sie in der Lage sind auch widrige Umstände zu meistern. Das Fehlen der Gesangsgruppe, und die Absage von Sitzungspräsident Willi Kupper war schon ein Ausfall zweier Paradepferde, die den Ablauf der närrischen Ereignisse beeinflussten.

 Liest man in den Tageszeitungen die Berichte vom Karnevalsgeschehen in unserer Nachbarschaft, (ob Landgemeinde oder Stadt, spielt hier keine Rolle), so müssten wir uns ganz klein vorkommen, wenn wir uns nicht schon mehrfach vom krassen Gegenteil hätten überzeugen lassen. Wir Rülzheimer sind nun mal so ehrlich, auch eine kleine Unzulänglichkeit einzugestehen während bei den anderen schon der blutigste Anfänger eine Kanone ist, die man in Mainz nicht übersehen dürfte. UNÜBERTREFFLICH ist in diesen Berichten der Beginn eines Vokabulars, das eigentlich keine Steigerung mehr zulässt und man muss sich eben fragen wie man den Auftritt eines wirklichen Könners beschreiben soll.

Bei der ersten Rülzheimer Prunksitzung war die "Dampfnudel" schon im Vorverkauf voll ausgelastet ,herrlich  und auch kostspielig dekoriert, die Musik (Spielmannszug "Die roten Husaren") gab ihr Bestes, womit alle Voraussetzungen für ein gutes Gelingen gegeben waren. Zum Auftakt wurde nochmals die Proklamation des Prinzenpaares verlesen wonach die kleine Prinzengarde mit einem schmissigen Gardetanz das Programm der Darbietungen eröffnete.

Als erste Büttennummer stand Frl. Weber als "Gardemädchen" vor dem Publikum und konnte ihre erbliche Belastung in punkto Narretei beweisen. Sie hatte es nicht schwer, sich als Beste zu bewähren, denn nach ihrer Aussage sind alle Familienmitglieder Vater, Mutter,  Schwester und Schwager närrische Versager.

Als Winterurlauber beschrieb Dietmar Steiner die Freuden und Leiden eines Skiurlaubs mit der gesamten Familie, und während draußen die Schneeflocken wirbelten, schwärmte er vom Leuchten der Wintersonne in den Bergen. Nach einem Schunkellied, mit dem die Kapelle die Stimmung bei den Zuschauern noch weiter anheizte, kam nach Frl. Weber der zweite Neuling in die Bütt, eine " Brezelfrau" von Fr. Maria Seelinger glänzend dargeboten. Auch sie wurde für ihren ersten Auftritt mit einer Rakete belohnt, und hat sich für weitere Aufgaben bestens empfohlen.

Beim zweiten Auftritt bot die kleine Garde als "Holzhackerbuben " eine herrliche Schau, wofür besonders Karin Franck als Ausbilderin für die beiden Tanzgruppen stürmisch applaudiert wurde.

Ein Loblied auf die Männer stimmte Inge Gutzler zwar an, aber bald hatten sich die Lobeshymnen in das Gegenteil gewandelt,. Doch das "Happy End " sicherte der Rednerin tosenden Beifall.

Dann kam der Höhepunkt als Abschluss der ersten Halbzeit mit dem Auftritt des " Männerballetts als Mädchen aus Bora - Bora ver - " oder besser gesagt entkleidet. Eine Gaudi aus toller Narretei und tänzerischem Können gemixt von Männern mit teilweise etwas fortgeschrittener Leibesfülle dargeboten, brachte die Zuschauer einfach zum Brüllen. Hier sind besonders die technischen Raffinessen zu bemerken, wie die schwierige Landung des Düsenclippers auf der runden Dampfnudel bewerkstelligt wurde .

Die zweite Halbzeit wurde mit einem zackigen Gardetanz der großen Mädchen eingeleitet, die später nochmals ihr Können mit einem entzückenden Schautanz unter Beweis stellten.

Zwei Fußball-Fans ( Pfeifer / Nuber ) schufen eine wahre Punktespiel Atmosphäre, mit ihren Ansichten über die Unterschiede zwischen dem Bundesligaclub FC Kaiserslautern und dem Sportverein Rülzheim. Das war eine großartige Einlage, die erst in letzter Minute in das Programm aufgenommen wurde, und der stürmische Beifall war wirklich verdient.

Ein Potpourri aus Humor und Witz ließ Gottfried Doll vom Stapel und hatte mit seinen Pointen immer die Lacher auf seiner Seite. "Fortschritt ist heut, die Parole 11 war das Motto, unter dem Alois Johann älteste unter den Akteuren die Fortschritte in Rülzheim und Umgebung unter die Lupe nahm, wobei  Lob und Tadel gleichmäßig  verteilt waren.

Marcel Schuschu war wieder nach Rülzheim gekommen und erzählte von den Schwierigkeiten, die ein "Hausmann" in der Familie und in der Öffentlichkeit durchstehen muss. Als Bänkelsänger beleuchteten Karlheinz Pfeifer und Norbert Kerner die Begebenheiten in unserem Dorf und ernteten dafür stürmischen Applaus. Den Schlussakkord setzten die "Erlenbachkrabben " aus Rheinzabern mit einer hinreißenden Urwaldszene ,wobei die Gegensätze zwischen "Schwarz und Weiß" in drastischer Weise dargestellt wurden, Neben der gesanglichen Leistung muss man immer wieder den Idealismus und die Opferbereitschaft dieser Truppe mit ihrem Boss Marcel Schuschu bewundern.

Bewundert und bestaunt wurde, besonders von den auswärtigen Besuchern, die technische Perfektion der Lautsprecher und Beleuchtungsanlagen. Besonders die Lichteffekte waren verblüffend.