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Das Geheimnis um das Rülzheimer Prinzenpaar bis zur letzten Minute gewahrt.

Vor einigen Jahren war es passiert, dass man das Prinzenpaar erst in letzter Stunde nennen konnte, und damals war es dann zur Tradition geworden, das Prinzenpaar erst beim Krönungsball der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da dieser Brauch sich auf das Milieu des Krönungsballs sehr vorteilhaft auswirkte, hat man sich von Jahr zu Jahr mehr Mühe gegeben, das Rätselraten um die kommenden Tollitäten zu verstärken.

Auch in diesem Jahre war wieder das gewohnte Bild im weiten Rund der "Dampfnudel", deren aufwendige Dekoration das Staunen aller Besucher hervorrief. Die Farbenpracht der Halle selbst wetteiferte mit den bunten Roben der weiblichen Besucher, und den grellfarbenen Uniformen der Karnevalisten.

Die kleine Prinzengarde tanzte zu Ehren des von Sitzungspräsident Willi Kupper verabschiedeten alten Prinzenpaares, und die Erwartung wurde durch einige tolle Einlagen der Kapelle angeschürt. Dann erst war der Höhepunkt des Abends gekommen: Unter den Klangen des Narrhalla- Marsches geleitete die große Prinzengarde das neue Herrscherpaar in das Rund des Freizeithauses, wo ein stürmischer Jubel die Begrüßungszermonien einleitete Er ist dem Geschlecht der Holzburger von Schützen hausen entsprungen, und hat seine Regentschaft als Gerhardt II. angetreten, während ihre Lieblichkeit Christel II. ein Spross aus dem nahgelegenen Taberna Rhenania Ist. Im bürgerlichen Leben, außerhalb der Narretei, handelt es sich um Schreinlermeister Gerhardt Wüst und seine Gemahlin, für die nun die große Prinzengarde einen von Karin Franck eingeübten Gardetanz aufs Parkett legte. Der auch beim Ehrentanz anhakende, stürmische Applaus, bewies, dass die Wahl des Prinzenpaares die Zustimmung aller Anwesenden gefunden hat, weil das junge Ehepaar dem Rülzheimer Bürgertum angehört, und sich auch außerhalb des Karnevals, dem Vereinsleben der Gemeinde verpflichtet fühlt.

Bei der Schlüsselübergabe bewies Bürgermeister Braun seine karnevalistische Routine, Indem er diese Zeremonie nicht mit dröhnenden Worten, sondern mit einem sinnigen Gedicht durchführte. Er ließ dabei erkennen, dass er den Karneval nicht als blose Narretei, sondern als Bestandteil Überlieferten Kulturgutes betrachte, und fordert" das Prinzenpaar auf, Ihr Amt auch in diesem Sinne zu betrachten, und auszuüben. Der I. Vorsitzende der K.G.R. "Die Stecher", Karl Heinz Pfeifer, konnte die Abordnungen aus Wörth und Berg begrüßen, die auch in diesem Jahre wieder mit Ihren Prinzenpaaren erschienen waren, um dem neugekürten Paar aus Rülzheim Ihre Referenz zu erweisen.

Unter den Gästen waren sehr viele auswärtige Besucher, ein Beweis dafür, dass der Gönnerkreis der Rülzheimer Karnevalisten weit über die Ortsgrenzen unseres Dorfes hinausgeht, was zu einem großen Teil auf die Veranstaltungsstätte "Die Dampfnudel" zurückzuführen ist. Der weitere Verlauf des Abends wurde in allererster Linie bestimmt von der toll aufspielenden Kapelle. Die "schwarzen Rhythmiker "aus Kaiserslautern hatten sich schon mit den ersten Klängen in die Herzen der Besucher gespielt, und je weiter der Abend fortschritt, desto mehr gerieten die Anwesenden in den Bann der Melodien. Besonders die toll gewählten Potpourris waren ein wahrer Ohr schmaus, auch für alle Nichttänzer, ein von einer Profitruppe dargebotener Reigen bunter Melodien, die alle Besucher zu der Feststellung kommen ließ, dass dies die beste Musikkapelle war, die jemals in Rülzheim zum Tanz aufspielte.

Der einzige Wermutstropfen dieser Veranstaltung war die Tatsache, dass der Besuch etwas hinter den vergangenen Jahren zurückblieb. Die Kürze der Saison, und die schnelle Folge der Veranstaltungen, darf hier als hemmender Faktor nicht übersehen werden.