Prunkvoll erstrahlte der Narrenhimmel, als die Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß" mit dem Krönungsball in die Saison der Narretei startete. Freude, Frohsinn und Humor waren eine Nacht lange Trumpf. Zunächst zogen Elferrat, Jungelferrat, die Nachwuchstollitäten Lona I. und Harald I., das Ex-Prinzenpaar Rudi I. und Ingrid I., gefolgt von dem in einer herrlichen Staaatskarosse einherfahrenden neuen Prinzenpaar, einschließlich der Garde und dem höfischen Anhang, mit großem Prunk und Pomp unter hundertfachen Helaurufen in die Residenz ein.

 Vorsitzender Büchle entbot der riesigen Narrenschar, Bürgermeister Braun und weiteren Honoratioren seinen herzlichen Willkommensgruß. Bei der Vorstellung des Nachwuchses der KGR durch Büchle, gab es gleich ein riesiges Gelächter. Jubel brach unter dem närrischen Volk aus, als das neue Herrscherpaar mit Stefan I. (Stefan Leingang) und Gilla I. (Gilla Benz) ausgerufen wurde. Das charmante Paar — sie im himmelblauen Krönungskleid mit weißem Cape — eroberte sich im Sturm alle Sympathien. Rudi I. nahm nach seiner Abdankung die Krönung des Prinzenpaares vor. Nach der Inthronisation zitierte Stefan I. zuerst Atombürgermeister Helmut vor sein Tribunal, um ihn seines Amtes zu entheben. Helmut mußte sich anhören, daß er bis zum Aschermittwoch ins Exil verbannt sei und sich bis dato einen geruhsamen Lebensabend wünschen lassen. Das Dorfoberhaupt sagte im Schlußwort, die Gemeindevertretung habe in einer stürmischen Sitzung beschlossen, der Narreninvasion gewaltlos stattzugeben. Der Generalschlüssel öffne nicht nur den Weg zum Geld, sondern auch zum Schuldenberg.

Stefan I. gab sodann seine Regierungserklärung ab, die die Narren in unserer Zeit der Steuererhöhungen das Staunen lehrte. Er verlautbarte als erstes die Eingemeindung der Nachbarorte vornehmen zu wollen, damit die Rülzheimer aus dem Joch der Steuern und Abgaben befreit würden, die dann die Auswärtigen zu zahlen hätten. Eine wahre Ordensflut schwemmte in einem Zuge das gesamte Auditorium hinweg, um der blumenreichen Huldigung an die Damen Platz zu machen.

Die Erlenbachkrabben aus Rheinzabern, ihre gutnachbarlichen Beziehungen zu Rülzheim und zur KGR herausstellend, gaben Kostproben ihres karnevalistischen Könnens, indem sie sich selbst und auch Rülzheimer Vorkommnisse gesanglich nach bekannten Melodien glossierten, was tollen Beifall auslöste. Der „Manager" der Erlenbachkrabben, Marcel Schuschu, legte wieder eine Büttenrede hin, die es in sich hatte. Ein „Armer Prolet", der sich fragte: „Was mache ich wenn ich eine halbe Million gewinne?" war das Opfer des Humoristen, das dem Publikum die Lachmuskeln strapazierte.

Die in Karlsruhe stationierte Luftwaffenkapelle der Bundeswehr musizierte ausgezeichnet. Die Garde huldigte gleichermaßen dem närrischen Auditorium, wie auch dem „Fußvolk", das Publikum applaudierte stark. Tanzmariechen Karin Franck hatte als Tanzoffizier wieder Gerhard Dreyer zum Partner.